3. gyokuro
zeit fliegt nicht. ich fliege.
ohne mich.
herraermel - 22. Oktober, 16:49
zeit fliegt nicht, wir fliegen.
der zeit davon.
immer schneller, immer höher.
voneinander weg.
herraermel - 10. Juni, 00:23
dir vertrau ich mich an,
lauert vergangenes in jedem winkel
meines stimmungshauses, das zu
verlassen mich die furcht
vor zukünftigem hindert;
klebt wehmut an jedem bild
der erinnerungsgalerie, die zu
zerstören mir die wärme
deiner umarmung verwehrt.
herraermel - 9. November, 18:39
Ich atme Deine Stimme, mit
Jedem Wimperschlag folge ich
Den Klängen Deiner Haut. Im Lächeln
Deiner Augen lese ich Gedichte, die
Weich duften, wie die Süße Deines Haars.
herraermel - 31. Oktober, 17:43
Seltsam
das Spiegelbild seiner erhofften Möglichkeiten
vorgeführt bekommen
Heilsam
herraermel - 22. Oktober, 22:10
Ein schauerlich-zartes Lüftchen
Kriecht die Beine empor, traurige
Schatten fließen von den Wänden,
Ein verführerisches Flüstern harrt
In allen Ritzen.
Die Decke grabscht sehnsüchtig
Nach mir, säuerliche Fäden ringen
Um meine Nase, wettstreitend
Mit dem pilzigen Geschmack im Hals,
Dickes Blut sammelt sich in der
Brust. Kälte nistet.
herraermel - 22. Oktober, 21:55
Ich widme dir einen Gedanken, trocken
Weinend, manchmal, wenn der Winternacht
Schauer die letzte Rinde bricht in der Stille;
Wie ich dich suchte, genoss, litt, verlor.
Verstorbenen gleich, glaube ich dir
Zu begegnen an lächelnden Tagen,
Zwischen all den Sonnenstrahlen funkelst
Du mir entgegen, Wimpernschläge
Meinem trägen Herz.
Doch unsterblich in mir wartest du geduldig,
Während ich mich sehnend entferne ins
Dunkel der Winternacht.
herraermel - 27. Januar, 21:46
Sterne leuchten deinen Pfad,
So fern, so fern -
Blätter schlummern im Mondenglanz;
Blauer Schimmer, Träumen von Waldgeistern
Entschlüpft, bricht lange Schatten knorriger
Bäume.
Gedanken säumen deinen Weg,
So fern, so fern -
Sterne, wehmütige Gefährten, erleuchten
Der Sehnsucht tiefste Furchen, gezogen
Von eigener Hand, zittrig im Herbstwind,
Allein.
herraermel - 10. November, 05:34
Scheue Brise, Lüftchen zahm,
Den Nüstern ergeben, weh, Knospen
Der Sehnsucht zum Opfer, jenen
Duft verwester Herbste heran.
Erinnerung gefallner Blätter, rostrote
Leidenschaft, Kummer gelb, der Verbannung
Zugekehrt, doch nie zu tief verloren unter
Der Zeiten Schnee- und Blütenspiel.
herraermel - 7. Oktober, 17:35
Präteritum und Plusquam-Perfekt sind meine Sehnsucht, Futur I und II meine Hoffnung. Gefährten, die mir leicht von den Lippen gehen.
Mit Präsens hatte ich immer schon meine Schwierigkeiten. Doch neulich gab es einen dieser teuren Momente der Versöhnung, wo das Hier und Jetzt der Rede wert ist und nicht erst das Zurückerinnern oder nur das Herbeisehnen der Zeit ihre Bedeutung verleiht.
Sie sind selten geworden, jene Augenblicke, die für sich gut sind, - kostbarer gleichsam.
herraermel - 11. September, 19:58