Vom Pan und vom Baum
Es war einmal ein Pan. Der Pan war der Herr des Waldes und der Schützer aller Tiere und Pflanzen. Der Wald war voll von stolzen, hoch gewachsenen Bäumen, üppigen Sträuchern und Gräsern und flinken kleinen Nagetierchen und Rehen. Sie alle liebte und hegte der Pan. Aber einen Baum hegte und liebte der Pan ganz besonders. Es war der stolzeste und größte und älteste Baum des Waldes.
Wenn der Pan seinen morgendlichen Weg durch den Wald ging, so pflegte er am längsten bei dem stolzen und großen und alten Baum zu verweilen, um nach dem Rechten zu sehen. Und wenn der Pan nach einem stillen, schattigen Plätzchen suchte, um zu ruhen und dem Wald ein Lied auf der Flöte zu spielen, so entschied er sich meist für ein Lager zwischen den weit herausragenden Wurzeln des stolzen, großen und alten Baums und er spielte sein Lied mehr für den Baum als für den Rest des Waldes. Der Baum war Pans Baum.
Wurde es Herbst, so ließ Pan seinem Baum die Blätter länger als all den anderen Bäumen und Pan liebte es, seinen Baum mit der roten Krone zu sehen, die sich so sehr von dessen weißer Rinde abhob.
Wurde es Winter, so verstreute Pan stets zuerst um seinen Baum Reisig, um ihn vor der Kälte zu schützen, und Pan streichelte sacht seines Baumes Rinde.
Die anderen Pflanzen und Tiere waren nicht etwa eifersüchtig auf Pans Baum oder beargwöhnten ihre eigene Benachteiligung. Alle Pflanzen und Tiere wussten um die besondere Beziehung vom Pan und vom Baum. Und es war gut, wie es war.
Eines Frühlings, als der Pan seinen morgendlichen Weg durch den Wald ging, bemerkte er eine Veränderung. Die Musik des Waldes schien Pan gedämpfter und trauervoller als üblich, die Tiere schienen Pan weniger agil als üblich, die Frühlingsbrise schien Pan steifer als üblich und die Wasser und der Himmel schienen Pan weniger klar als üblich.
Einige der jüngeren Bäume waren von einer dem Pan unbekannten Krankheit befallen, die ihre Blätter faulen, ihre Rinde bröckeln und ihr Harz entweichen ließ. Pan behandelte die Bäume mit Wickeln und Kräutersuden und machte auch von der heilsamen Wirkung seiner Flötenmusik gebrauch, doch je mehr kranke Bäume Pan entdeckte, desto unkonzentrierter wurde er bei seinem Werk. Pan sorgte sich um seinen Baum.
Pan wollte sich Gewissheit verschaffen, dass sein Baum unversehrt sei, bevor er sich weiter um die jungen, kranken Bäume kümmern würde, und so suchte Pan seinen Baum auf dem schnellsten Wege auf. Und Pans Baum, der stolzeste, größte und älteste von allen, war unversehrt.
Im Laufe des Frühlings erkrankten immer mehr Bäume, auch stolzere und größere und ältere. Und auch vor den Tieren hielt die seltsame Krankheit nicht. Und obwohl Pan voll in Anspruch genommen war, die Bäume und Tiere zu versorgen, sah er oft nach seinem Baum und verweilte zunehmend länger zwischen dessen mächtigen Wurzeln, aus Angst, sein Baum könnte in Pans Abwesenheit erkranken.
Und die anderen Pflanzen und Tiere, die Pans Hilfe so dringend benötigten, klagten nicht etwa. Denn alle Pflanzen und Tiere wussten um die besondere Beziehung vom Pan und vom Baum. Und es war gut, wie es war.
Als im Wald die Vögel aufhörten zu singen und die Bäche aufhörten zu plätschern und die Blätter aufhörten zu rascheln, wich Pan nicht mehr von seines Baumes Seite. Pan spielte sein Lied für den Baum und Pan streichelte seines Baumes Rinde, denn die Krankheit näherte sich Pans Baum, dem Mittelpunkt des Waldes, von allen Seiten und Pan wollte keine schutzlose Sekunde für seinen Baum riskieren, wenn er den anderen Pflanzen und Tieren zu Hilfe käme.
Und die Pflanzen und Tiere des Waldes kündeten nicht etwa laut von ihrem Leid und ihrer Hilflosigkeit. Denn alle Pflanzen und Tiere des Waldes wussten um die besondere Beziehung vom Pan und vom Baum. Und es war gut, wie es war.
Als Pans Baum das letzte gesunde Geschöpf des Waldes war, als die letzten Pflanzen und Tiere des Waldes zugrunde gingen, weinte der Pan, das Gesicht an seines Baumes weißer Rinde gepresst, denn er wusste, dass sein Baum, der nun nicht mehr der stolzeste und größte und älteste sondern der letzte unter den Bäumen des Waldes war, sterben musste.
Doch Pans Baum starb nicht an der seltsamen Krankheit des Waldes. Dafür war er noch immer zu stolz und zu groß und zu alt. Pans Baum starb, weil er das Herz des Waldes war. Und ein Herz kann ohne das Leben, dem es schlägt, nicht existieren.
Als Pans Tränen langsam seines Baumes Rinde hinab rannen, flüsterte der Baum ihm ein leises Lebewohl. Und es war nicht nur das Lebewohl von Pans Baum. Es war das Lebewohl von Pans Wald, den er mehr als alles andere geliebt hatte.
Wenn der Pan seinen morgendlichen Weg durch den Wald ging, so pflegte er am längsten bei dem stolzen und großen und alten Baum zu verweilen, um nach dem Rechten zu sehen. Und wenn der Pan nach einem stillen, schattigen Plätzchen suchte, um zu ruhen und dem Wald ein Lied auf der Flöte zu spielen, so entschied er sich meist für ein Lager zwischen den weit herausragenden Wurzeln des stolzen, großen und alten Baums und er spielte sein Lied mehr für den Baum als für den Rest des Waldes. Der Baum war Pans Baum.
Wurde es Herbst, so ließ Pan seinem Baum die Blätter länger als all den anderen Bäumen und Pan liebte es, seinen Baum mit der roten Krone zu sehen, die sich so sehr von dessen weißer Rinde abhob.
Wurde es Winter, so verstreute Pan stets zuerst um seinen Baum Reisig, um ihn vor der Kälte zu schützen, und Pan streichelte sacht seines Baumes Rinde.
Die anderen Pflanzen und Tiere waren nicht etwa eifersüchtig auf Pans Baum oder beargwöhnten ihre eigene Benachteiligung. Alle Pflanzen und Tiere wussten um die besondere Beziehung vom Pan und vom Baum. Und es war gut, wie es war.
Eines Frühlings, als der Pan seinen morgendlichen Weg durch den Wald ging, bemerkte er eine Veränderung. Die Musik des Waldes schien Pan gedämpfter und trauervoller als üblich, die Tiere schienen Pan weniger agil als üblich, die Frühlingsbrise schien Pan steifer als üblich und die Wasser und der Himmel schienen Pan weniger klar als üblich.
Einige der jüngeren Bäume waren von einer dem Pan unbekannten Krankheit befallen, die ihre Blätter faulen, ihre Rinde bröckeln und ihr Harz entweichen ließ. Pan behandelte die Bäume mit Wickeln und Kräutersuden und machte auch von der heilsamen Wirkung seiner Flötenmusik gebrauch, doch je mehr kranke Bäume Pan entdeckte, desto unkonzentrierter wurde er bei seinem Werk. Pan sorgte sich um seinen Baum.
Pan wollte sich Gewissheit verschaffen, dass sein Baum unversehrt sei, bevor er sich weiter um die jungen, kranken Bäume kümmern würde, und so suchte Pan seinen Baum auf dem schnellsten Wege auf. Und Pans Baum, der stolzeste, größte und älteste von allen, war unversehrt.
Im Laufe des Frühlings erkrankten immer mehr Bäume, auch stolzere und größere und ältere. Und auch vor den Tieren hielt die seltsame Krankheit nicht. Und obwohl Pan voll in Anspruch genommen war, die Bäume und Tiere zu versorgen, sah er oft nach seinem Baum und verweilte zunehmend länger zwischen dessen mächtigen Wurzeln, aus Angst, sein Baum könnte in Pans Abwesenheit erkranken.
Und die anderen Pflanzen und Tiere, die Pans Hilfe so dringend benötigten, klagten nicht etwa. Denn alle Pflanzen und Tiere wussten um die besondere Beziehung vom Pan und vom Baum. Und es war gut, wie es war.
Als im Wald die Vögel aufhörten zu singen und die Bäche aufhörten zu plätschern und die Blätter aufhörten zu rascheln, wich Pan nicht mehr von seines Baumes Seite. Pan spielte sein Lied für den Baum und Pan streichelte seines Baumes Rinde, denn die Krankheit näherte sich Pans Baum, dem Mittelpunkt des Waldes, von allen Seiten und Pan wollte keine schutzlose Sekunde für seinen Baum riskieren, wenn er den anderen Pflanzen und Tieren zu Hilfe käme.
Und die Pflanzen und Tiere des Waldes kündeten nicht etwa laut von ihrem Leid und ihrer Hilflosigkeit. Denn alle Pflanzen und Tiere des Waldes wussten um die besondere Beziehung vom Pan und vom Baum. Und es war gut, wie es war.
Als Pans Baum das letzte gesunde Geschöpf des Waldes war, als die letzten Pflanzen und Tiere des Waldes zugrunde gingen, weinte der Pan, das Gesicht an seines Baumes weißer Rinde gepresst, denn er wusste, dass sein Baum, der nun nicht mehr der stolzeste und größte und älteste sondern der letzte unter den Bäumen des Waldes war, sterben musste.
Doch Pans Baum starb nicht an der seltsamen Krankheit des Waldes. Dafür war er noch immer zu stolz und zu groß und zu alt. Pans Baum starb, weil er das Herz des Waldes war. Und ein Herz kann ohne das Leben, dem es schlägt, nicht existieren.
Als Pans Tränen langsam seines Baumes Rinde hinab rannen, flüsterte der Baum ihm ein leises Lebewohl. Und es war nicht nur das Lebewohl von Pans Baum. Es war das Lebewohl von Pans Wald, den er mehr als alles andere geliebt hatte.
herraermel - 31. Oktober, 20:21
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