Eines andern Federn
Neulich habe ich mir den Federschmuck von einem guten Freund ausgeliehen. Seit ich vor etwa einem Jahr so verschwenderisch mit einer seiner ach so gehegten Meinungen umgegangen war, ist unser Verhältnis zwar leicht gespannt, aber da er auf eine Dienstreise mit strengen Kleidungsvorschriften geschickt wurde und außerdem so ein Federschmuck ja auch gepflegt sein will, trug er mir vertrauensvoll die verantwortungsvolle Aufgabe der Verwahrung desselben auf.
Selbstverständlich probierte ich den Schmuck sofort zu Hause vor dem Spiegel aus – und gefiel mir ausgesprochen gut damit: selbstbewusst, stilvoll, etwas verwegen aber durchaus kultiviert und weltgewandt. Es wurde zu einer Art Manie von mir, den Federschmuck zu tragen, wann immer ich allein zu Hause war. Beim Fernsehen konnte ich manchmal mein schemenhaftes Spiegelbild auf der Mattscheibe erkennen und positionierte mich dann so im Sessel, dass der Federschmuck möglichst gut zur Geltung kam.
Mit der Zeit wurde ich wagemutiger und präsentierte den Federschmuck beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit anonym der Öffentlichkeit und studierte gierig die Reaktionen der Leute auf der Straße oder in der U-Bahn.
Gestern dann erschien ich wie selbstverständlich mit dem Federschmuck bei einer Feier vor meinen Freunden und Bekannten und genoss die große Aufmerksamkeit, während ich mich gleichzeitig seltsam schämte.
Heute Morgen überreichte ich meinem Freund pflichtbewusst, wenn auch innerlich schwermütig sein geliebtes Kleinod; er atmete hörbar auf, als er nach dieser langen Zeit aus seinem Zweireiher schlüpfen und seinen Federschmuck anlegen konnte.
Zwischen meinem Freund und mir ist jetzt wieder alles in Ordnung – ich frage mich nur, wann er merkt, dass einige der Federn leicht abgeknickt sind und die Farben auch nicht mehr ganz so leuchten wie früher.
Selbstverständlich probierte ich den Schmuck sofort zu Hause vor dem Spiegel aus – und gefiel mir ausgesprochen gut damit: selbstbewusst, stilvoll, etwas verwegen aber durchaus kultiviert und weltgewandt. Es wurde zu einer Art Manie von mir, den Federschmuck zu tragen, wann immer ich allein zu Hause war. Beim Fernsehen konnte ich manchmal mein schemenhaftes Spiegelbild auf der Mattscheibe erkennen und positionierte mich dann so im Sessel, dass der Federschmuck möglichst gut zur Geltung kam.
Mit der Zeit wurde ich wagemutiger und präsentierte den Federschmuck beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit anonym der Öffentlichkeit und studierte gierig die Reaktionen der Leute auf der Straße oder in der U-Bahn.
Gestern dann erschien ich wie selbstverständlich mit dem Federschmuck bei einer Feier vor meinen Freunden und Bekannten und genoss die große Aufmerksamkeit, während ich mich gleichzeitig seltsam schämte.
Heute Morgen überreichte ich meinem Freund pflichtbewusst, wenn auch innerlich schwermütig sein geliebtes Kleinod; er atmete hörbar auf, als er nach dieser langen Zeit aus seinem Zweireiher schlüpfen und seinen Federschmuck anlegen konnte.
Zwischen meinem Freund und mir ist jetzt wieder alles in Ordnung – ich frage mich nur, wann er merkt, dass einige der Federn leicht abgeknickt sind und die Farben auch nicht mehr ganz so leuchten wie früher.
herraermel - 19. September, 00:13
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