Montag, 30. Juli 2007

Paranoia ist lustig

Habe den Film "The Number 23" gesehen - und es funktioniert.
Während des Films habe ich nur einmal auf die Uhr geschaut, 23:32 - ich musste lachen.
Später wollte ich einer mpeg-Datei einen willkürlichen Namen geben, ich tippte ohne nachzudenken zwei Zahlen ein, 23 - ich musste kurz durchatmen.
In der Bill Cosby Show, die ich seit vielen, vielen Jahren zum ersten Mal wieder sah, ging es um den 23. Hochzeitstag von Bill Cosby und seiner Frau, die jüngste Tochter erzählte außerdem von ihren Zukunftsträumen: Sie wollte mit 23 heiraten - langsam kam ich mir seltsam vor.
Ok, obwohl ich immerhin an einem Freitag, den 13. geboren wurde, lässt sich aus meinem Geburtsdatum beim besten Willen keine 23 extrahieren (ich habs tatsächlich ausprobiert...), mein Bruder hatte jetzt sein 25. Geburtstag, ich habe 19 paar Unterhosen und niemandem, den ich kenne, ist je an einem 23. irgendwas passiert. Aber unterhaltsam ist der Paranoia-Effekt schon.
Ich frage mich, wie weit mein Unterbewusstsein an den Vorfällen beteiligt war. Bei der "willkürlich" gewählten 23 als Dateiname würde ich jeden übernatürlichen Einfluss ausschließen; noch nie war mir eine unbewusste Handlung so bewusst. Bei der Uhrzeit sieht das schon anders aus. Ich hatte wirklich keinen Schimmer wie spät es sein könnte und schaute genau im richtigen (falschen?) Moment nach.

Zum Glück fand ich den Film nicht so wahnsinnig überzeugend. Sonst würde ich vermutlich schon meine Sozialversicherungsnummer und den Hex-Code von meiner Lieblingsfarbe an die Tapete kritzeln.

Sowas wie Romantik

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich ein kleines Stück vom Himmel; aber das reicht nicht.
Dort wo Wiesen mit vereinzelten Haselnussbäumchen sein sollten, altmodische Nachbarhäuser von krummen Holzzäunchen umgeben, in der Ferne Wälder und weite Haine, - dort steht viel zu nahe ein großes, langgezogenes Haus, zusammengesetzt aus Quadern und Würfeln, dem Abschaum unter den geometrischen Körpern, Balkon an Balkon, Fenster an Fenster.
Meinen Augen ist diese Aussicht zu eng. Wenn ich sie schließe, ist alles da, wo es hingehört. Manchmal sogar die Klänge und Düfte. Man meint, man sollte die Augen überhaupt nicht mehr öffnen. Aber der Fernseher und die Karrierehoffnungen ziehen mich immer wieder in mein Zimmer zurück.
Die so genannte Wirklichkeit und das andere, dem ich keinen annähernd treffenden Namen zu geben vermag, passen nicht zusammen: Ich bin kurzsichtig. Was soll das?

Tatsache

Heimweg. Vor mir ein junger Kerl, vielleicht siebzehn, achtzehn. Setze zum überholen an. Er zieht einen vollgepackten alten Trolley, der gefährlich schlingert. Schwarze, kurze Haare; Kopfhörer im Ohr; nicht auffällig aber modebewusst gekleidet. Hält an und macht sich an dem Trolley zu schaffen. Bemerkt mich, scheint beschämt, will sich nichts anmerken lassen, versucht cool zu bleiben.
Er ist eingeholt.
Er setzt sich wieder in Bewegung. Der Trolley kippt um.
Er ist überholt.
Ich blicke zurück; er ahnt's und tritt den Trolley, einmal, zweimal, dreimal. Am liebsten würde er mich treten, dafür dass ich ihn in diese Situation gebracht habe, aber das geht ja nun mal nicht. Sich selbst zu treten, dafür dass er sich in diese Situation gebracht hat, fehlen ihm wohl Einsicht und Courage; mir ginge es da nicht anders.
Ich blicke wieder nach vorn und gehe weiter.

Zum Glück war kein Mädchen in der Nähe. Dann hätte er sich auch gleich die Kugel geben können.

grüner tee

die spinne in der suppe des guten geschmacks

grüner tee mit zitrone

"Die großen Leute verstehen nie etwas von selbst, und für die Kinder ist es zu anstrengend, ihnen immer und immer wieder erklären zu müssen." -Antoine de Saint-Exupéry-

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