Die Fassade
Neulich bin ich an einer wunderschönen Fassade vorbeigelaufen
– prächtige Stuckarbeiten, schmiedeeiserne Balkonbrüstungen mit Efeu und Rosen umwachsen, ein imposantes, hölzernes Portal und über und über bedeckt mit kunstvollen Malereien. Meine Neugier war geweckt.
Rein zufällig hatte ich in der Folgezeit öfter in dieser Gegend zu tun und so ließen sich weitere Begegnungen mit der traumhaften Fassade beim besten Willen nicht vermeiden. Langsam bekam ich das Gefühl, sie in- und auswendig zu kennen. Wenn ich sie auf meinen Spaziergängen passierte, so kam ich ihr dabei jedes Mal etwas näher und verlangsamte mein Tempo jedes Mal – bis ich gestern dann kurz entschlossen vor dem Portal stehen blieb, ehrfürchtig die Hand ausstreckte, den rauen fein gemaserten Knauf ergriff – und beherzt den linken Flügel aufstieß.
Das Haus mit der schönen Fassade war innen fast leer; einige wenige uralte Einrichtungsgegenstände, die man nicht einmal antik hätte nennen können, schienen willkürlich in den Räumen verteilt, abgenutzt und verstaubt. Eine baufällige morsche Holztreppe führte in den ersten Stock, wo schon der Putz von der Decke rieselte.
Enttäuscht ging ich heim.
Zuhause fühl’ ich mich wohl. Mein Wohnhaus macht von außen nicht viel her, aber innen ist es gemütlich, vertraut, etwas schlicht vielleicht, wenn man den richtigen Maßstab ansetzt, aber ich möchte nirgendwo sonst wohnen.
Die schöne Fassade ist nur eine peinliche Erinnerung. Sollen sich doch alle die Hälse nach ihr verdrehen. Ich weiß was dahinter steckt.
Und dass jede Fassade früher oder später zu bröckeln beginnt.
– prächtige Stuckarbeiten, schmiedeeiserne Balkonbrüstungen mit Efeu und Rosen umwachsen, ein imposantes, hölzernes Portal und über und über bedeckt mit kunstvollen Malereien. Meine Neugier war geweckt.
Rein zufällig hatte ich in der Folgezeit öfter in dieser Gegend zu tun und so ließen sich weitere Begegnungen mit der traumhaften Fassade beim besten Willen nicht vermeiden. Langsam bekam ich das Gefühl, sie in- und auswendig zu kennen. Wenn ich sie auf meinen Spaziergängen passierte, so kam ich ihr dabei jedes Mal etwas näher und verlangsamte mein Tempo jedes Mal – bis ich gestern dann kurz entschlossen vor dem Portal stehen blieb, ehrfürchtig die Hand ausstreckte, den rauen fein gemaserten Knauf ergriff – und beherzt den linken Flügel aufstieß.
Das Haus mit der schönen Fassade war innen fast leer; einige wenige uralte Einrichtungsgegenstände, die man nicht einmal antik hätte nennen können, schienen willkürlich in den Räumen verteilt, abgenutzt und verstaubt. Eine baufällige morsche Holztreppe führte in den ersten Stock, wo schon der Putz von der Decke rieselte.
Enttäuscht ging ich heim.
Zuhause fühl’ ich mich wohl. Mein Wohnhaus macht von außen nicht viel her, aber innen ist es gemütlich, vertraut, etwas schlicht vielleicht, wenn man den richtigen Maßstab ansetzt, aber ich möchte nirgendwo sonst wohnen.
Die schöne Fassade ist nur eine peinliche Erinnerung. Sollen sich doch alle die Hälse nach ihr verdrehen. Ich weiß was dahinter steckt.
Und dass jede Fassade früher oder später zu bröckeln beginnt.
herraermel - 15. Juni, 11:08
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